Groß-Tinz      und        Klein-Tinz

Das Dorf Groß-Tinz

30 km südlich von Breslau und 12 km östlich von Zobten liegt das Dorf Groß-Tinz an der Lohe, das erstmals 1189 urkundlich erwähnt wird. Bischof Siroslaw II. von Breslau (1171-1189) erneuert während seiner Amtszeit dem Johanniterorden (dem späteren Malteserorden) die Zehnten, die er bereits früher anlässlich der Weihe der Kirche in Tinchia (Tinz) verliehen hat. Der Name Tinz kommt aus dem Slawischen und bezeichnet Bewohner, die in einem Ort leben, der von einer Mauer (tynu [altslavisch] oder tyn [tschechisch]) umgeben ist. Eine solche Mauer zäumt heute noch das ehemalige Rittergut, die Kirche und den alten Friedhof ein. Das deutsche Dorf Groß-Tinz wird vom Grafen Franziskus von Tinz im Jahre 1282 gegründet, wobei die Ansiedler ebenfalls einen Zehnten an die Johanniter zu zahlen haben. Neben Groß-Tinz besitzen die Johanniter in Schlesien noch weitere Kommenden – Groß-Tinz ist allerdings die urkundlich älteste. 1320 gibt Herzog Boleslaus von Liegnitz-Brieg dem Komtur in Tinz und der Kommende Tinz die Erlaubnis zur selbständigen Gerichtsbarkeit inklusive dem Privileg, ein Gefängnis und einen Galgen zu errichten. Bis zur Säkularisierung im Jahre 1810 bleibt Groß-Tinz Johanniterkommende.

 

 

 

 

Das Dorf Klein-Tinz

Um 1150 war das Dorf Klein-Tinz im Besitze von Juden. Es bestand sogar eine Synagoge. Durch die Juden- verfolgungen, die es im 14. und 15. Jahrhundert in Schlesien gab, wurden auch die Klein-Tinzer Juden vertrieben.